Was haben Fische, Kühe und Chinchillas mit Deinem Marketing zu tun? Oder: Warum Du unbedingt eine Marketing-Strategie brauchst!

Eine kleine Geschichte – Selbständigkeit will geplant sein

Stell Dir vor, Du hast Dir überlegt Dir ein Tier anzuschaffen. Irgendwie fühlst Du für Dich, dass ein Tier gut in Dein Leben passen würde. Jetzt. Du überlegst eine Weile hin und her, redest mit Freunden darüber und entscheidest schließlich den Schritt zu gehen. Aber Du hast ein Problem: Du weißt nicht so recht welches Tier Du nehmen sollst. Es sollte gut in Dein Leben passen, möglichst nicht so teuer in der Anschaffung sein und Dir auf lange Sicht Freude machen. Du recherchierst ein wenig und gehst dann in den nächsten Zooladen, um Dir „Dein“ Tier zu kaufen. Dort bist Du noch mehr verunsichert. Die Auswahl ist so groß und schließlich entscheidest Du Dich „einfach mal“ für Fische. Du nimmst sie mit, um dann zuhause festzustellen, dass Fische ja Wasser brauchen und ein Aquarium. Was fressen Fische eigentlich? Du organisierst Dir provisorisch ein Behältnis, fragst Deine Freunde, ob sie etwas Futter für Dich haben und stellst Deine Fische ins Wohnzimmer. Oder doch lieber ins Schlafzimmer? Sind Fische eigentlich geeignete Tiere für Kinder? Passen Fische überhaupt zu uns? Nach einiger Zeit merkst Du, dass Deine Fische wohl etwas unglücklich sind. Du holst Dir nun einen Fachmann dazu, der Dir professionell ein Aquarium einrichtet, das perfekte Futter kauft, den idealen Platz sucht. Den Fischen geht es deutlich besser! Aber Du fühlst Dich nicht so wirklich wohl damit. Und können Dir die Fische eigentlich das geben, das Du Dir erhofft hattest? Du beginnst zu zweifeln und gehst schließlich in den Zooladen, um mit Chinchillas wieder heraus zu kommen. Diesmal bist Du etwas schlauer. Du kaufst das Zubehör gleich mit und passende Literatur und beschäftigst Dich gründlich mit der Haltung und Pflege der Tiere. Aber so süß diese auch sind, die Haltung ist sehr aufwändig und Du fühlst Dich schnell überfordert. Vielleicht sind Kühe ja besser? Ein kleiner Bauernhof, ein paar glückliche Kühe, frische Milch. Sofort machst Du Dich ans Werk und setzt Dein Projekt in die Tat um. Auf Deinem Bauernhof fühlst Du Dich schon ganz wohl. Dennoch. Es stimmt immer noch nicht. Eines Tages steht eine herrenlose Katze vor Deiner Tür. Du nimmst sie auf und versorgst sie. Du gehst voll und ganz in Deiner Rolle als Katzenmama (oder Katzenpapa) auf und fühlst Dich plötzlich ganz glücklich.

Was will ich Dir mit dieser Geschichte sagen?

Viele Menschen wollen aus dem Hamsterrad eines Angestelltendaseins aussteigen und sich selbständig machen. Endlich die eigene Chefin sein, eigene Ideen umsetzen, die Zeit frei einteilen. Sie sprechen mit Freunden und Bekannten, bekommen viele Informationen und wissen oft nicht genau was sie eigentlich genau möchten. Das Ziel ist klar: Selbständig sein. Aber was kann ich an Fähigkeiten und Wissen einbringen, was möchte ich anderen Menschen verkaufen? Das ist zunächst die wichtige Grundlage für die Gründung eines Unternehmens beziehungsweise den Weg in die Selbständigkeit. Aus eigener Erfahrung (und ich bin jetzt seit 14 Jahren selbständig) weiß ich: Von der ersten Idee bis zur Realisierung können Jahre vergehen. Ideen müssen wachsen, verfeinert werden, reifen. Wenn ich diese Idee noch nicht habe, brauche ich nicht anfangen ein Geschäft – welcher Art auch immer – aufzubauen. Es nützt nichts eine Selbständigkeit auf dem Wunsch aufzubauen selbständig zu sein. Auch, wenn ich verstehen kann, dass der Reiz groß ist eventuell mehr Geld zu verdienen, in der Regel ist noch niemand von heute auf morgen reich geworden (außer man gewinnt im Lotto oder erbt eine größere Summe). Erfolgreich sein bedeutet zumeist auch lange Zeit nicht erfolgreich sein, sparsam sein, Einschränkungen in Kauf zu nehmen, sehr viel zu arbeiten und wenig Geld zur Verfügung zu haben. Heilsversprechungen, die das schnelle Geld versprechen, sind meiner Meinung nach nicht das woran man sich orientieren sollte. Sicher gibt es erfolgreiche Menschen, bei denen die eine oder andere Dienstleistung oder Methode erfolgreich war. Aber nur, weil bei Person A die Fische gut aufgehoben waren und diese dadurch prächtig gediehen, muss das bei Dir nicht auch der Fall sein! Vielleicht bist Du mehr der Bauernhof-Kühe-Typ oder stehst eher auf Chinchillas. Erst, wenn Du diese Frage für Dich klar hast: Was will ich eigentlich anbieten? Wenn Du also weißt welches Tier für Dich in Frage kommt – um im Bild der Geschichte zu bleiben – erst dann macht es Sinn den nächsten Schritt zu gehen.

Was braucht mein Tier, damit es uns beiden gut geht?

BEVOR Du Dir das von Dir ausgewählte Tier nachhause holst, solltest Du Dich intensiv damit beschäftigen. Du solltest gründlich recherchieren was das Tier braucht, ob Du dem Tier ein artgerechtes Zuhause anbieten kannst, was in der Haltung zu beachten ist und so weiter. Du kannst Dich einlesen, bei anderen Tierhaltern recherchieren und Dir schließlich das notwendige Zubehör kaufen. Du weißt wie sich Dein Tier gut bei Dir einlebt, was es zu fressen bekommt und wo der nächste Tierarzt ist. Dann musst Du Dich allerdings noch etwas detaillierter entscheiden: Rasse, Alter, Geschlecht, Fellfarbe. Und erst dann gehst Du los und besorgst Dir Dein Tier.

Bevor Du also loslegst mit Deiner Selbständigkeit solltest Du gründlich recherchieren und es gibt genau 3 Dinge, die für Deine Marketing-Strategie absolut notwendig sind:

1. Deine Idee, Dein Produkt oder Deine Dienstleistung

Es muss für Dich vollkommen klar sein was Du verkaufen möchtest. Du musst für Dich diese Entscheidung treffen und festlegen welche Leistungen Du anbieten möchtest. Dabei solltest Du Dich nach Deinen persönlichen Interessen richten, Deinen Kompetenzen und Deinem Fachwissen. Du solltest Dich nicht danach richten was Dir das meiste Geld einbringt. Denn Erfolg stellt sich dann ein, wenn Du das tust was Du liebst, hinter dem Du stehen kannst und was Dir als Person entspricht.

2. Eine klare Positionierung

Du musst Deine Idee verfeinern, Deine potenzielle Zielgruppe ansprechen und herausfinden was die Menschen brauchen. Das musst Du nutzen, um Dich und Deine Dienstleistung klar zu positionieren, eine Nische zu finden, eine Lücke zu schließen. Dabei gilt: Je klarer Du Dich positionierst, um so erfolgreicher wirst Du später sein.

3. Deine Zielgruppe – Wer soll Deine Dienstleistungen kaufen und vor allem warum?

Du musst Deine Zielgruppe ganz eindeutig definieren. Je detaillierter Du das machst, umso besser kannst Du nachher alle Deine Bemühungen darauf abstimmen. Deine Zielgruppe sollte nicht so groß sein, nicht zu breit, sondern klar und eindeutig. Dieser Punkt ist mitunter sehr anstrengend in der konzeptionellen Entwicklung. Denn schließlich möchte man möglichst viele Menschen erreichen. Allerdings ist eine Zielgruppe, die zu breit angelegt ist, wesentlich schwerer zu erreichen und das Ergebnis daher oft nicht unbedingt wie erhofft.

Für Deine Selbständigkeit brauchst Du eine ganz klare Strategie. Diese Strategie baut auf den vorgestellten Grundlagen auf und wird dann perfekt auf Deine Dienstleistung und Deine Zielgruppe abgestimmt. Du musst also, BEVOR Du mit Deinen Marketing-Aktivitäten beginnst, ein Konzept erarbeiten aus dem Dein Produkt / Deine Dienstleistung hervorgeht, der Mehrwert für Deine Zielgruppe (welche Probleme Deiner Zielgruppe willst Du lösen?), eine klare Positionierung und eine möglichst exakte Vorstellung Deiner Zielgruppe. Je nachdem, ob Du lieber einen Fisch, eine Kuh oder ein Chinchilla halten möchtest, muss Deine Strategie nämlich sehr unterschiedlich ausfallen.

5 Dinge, die Dich davon abhalten Dein volles Potenzial zu entfalten

1. Du hast Angst davor Dich Deinen Träumen zu stellen

Wenn Du Dich mit Deinen Träumen beschäftigst, Du sie zulässt, dann läufst Du Gefahr traurig zu werden. Warum? Weil Dir dann bewusst wird, dass es Träume sind und Du es vielleicht nie schaffen wirst sie zu erreichen. Du hast Angst davor Deine Träume in Dein Leben zu lassen. Deshalb verdrängst Du sie lieber. Bevor sie nur ansatzweise auftauchen sagst Du Dir schon: Das kann ich ja doch nicht erreichen! Jeder Mensch hat Träume. Und Ziele. Wünsche und Hoffnungen. Manche machen sich auf den Weg und andere schauen lieber dabei zu. Träume sind auch ein Spiegel Deiner bisherigen Entwicklung, Deiner Persönlichkeit und Deinen Werten. Wenn Du ihnen Zutritt in Dein Leben gewährst, öffnest Du Dich selbst. Und das macht Dir Angst. Stelle Dich Deiner Angst. Lass Deine Träume zu. Gib ihnen Platz in Deinem Leben. Fange an Dich mit Dir, Deinem Wesen auseinanderzusetzen. Finde heraus wer Du wirklich bist und was Du wirklich willst!

2. Du weißt nicht wie Du Deine Ziele erreichen kannst

Um Deine Ziele zu erreichen, musst Du einen Weg einschlagen. Du musst losgehen. Die richtige Richtung finden. Dafür brauchst Du Halt und Orientierung. Du brauchst ein Umfeld, das Dich unterstützt und Dich auf Deinem Weg begleiten wird. Egal wie Dein Ziel aussieht, egal wo es sich befindet und wie lange es dauern wird es zu erreichen, es gibt immer verschiedene Wege. Es gibt nicht DEN einen Weg. Und nicht jeder Weg, der für den einen Menschen der kürzeste und einfachste ist, ist es auch für einen anderen Menschen. Du fühlst Dich verloren, weil Du nicht genau weißt welchen Weg Du gehen sollst. In jedem Fall solltest Du eins tun: Losgehen. Fang an zu laufen und schau wohin der Weg Dich führt. Zunächst einen falschen Weg einzuschlagen ist besser als immer am selben Ort zu bleiben. Suche Dir Menschen, die für Dich da sind, die Dich verstehen und die Dich begleiten werden.

3. Du glaubst, dass Du nicht mehr in der Lage bist zu lernen

Jeder Mensch kann lernen. Ohne Ausnahme. Und Menschen können alles lernen. Wir sind alle mit den Ressourcen ausgestattet, die wir benötigen, um erfolgreich lernen zu können. Wenn Du glaubst, dass Du zu alt bist oder zu lange aus der Schule raus bist oder nicht richtig lesen, schreiben oder rechnen kannst, ein schlechtes Gedächtnis hast oder Dich nicht lange konzentrieren kannst, dann kann ich Dir nur sagen: Das macht überhaupt nichts! Es kommt nicht darauf an was Du NICHT kannst oder Dir NICHT zutraust. Sondern darauf was Du KANNST, welche Ressourcen, Stärken und Kompetenzen Du mitbringst. Und glaube mir, dass das Lernen als Erwachsener etwas völlig anderes ist als in der Schule. In der Erwachsenenbildung wird in der Regel mit modernen, innovativen Methoden gearbeitet, die sich an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Davon einmal ganz abgesehen, dass Du Dich wieder in das Lernen hineinfinden wirst.

4. Du weißt nicht wie Du Familie, Job und Weiterbildung miteinander vereinbaren sollst

Das ist tatsächlich ein großes Problem. Denn Du weißt was auf Dich zukommen kann. Weiterbildung kostet, neben Geld, vor allem eines: Zeit. Du musst arbeiten gehen, um Geld zu verdienen und vielleicht möchtest Du Dich ja so weiterbilden, dass Du bei Deinem jetzigen Arbeitgeber aufsteigen kannst. Du hast Familie, einen Partner oder eine Partnerin und Kinder. Wie sollst Du da noch Zeit finden, um etwas zu lernen? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Wenn man etwas wirklich will, wenn man sich auf den Weg macht, dann schafft man plötzlich auch Dinge, die vorher unmöglich erschienen. Du brauchst in jedem Fall ein gutes Zeitmanagement, um alles zu organisieren. Aber, egal was Du vorhast, Du kannst Deinen Weg so gehen, dass er zu Dir, Deinen Bedürfnissen und Deinen Möglichkeiten passt! Wenn Du glaubst, Du bist dann vielleicht gestresst oder schlecht gelaunt, kann ich Dir sagen: Das Gegenteil wird der Fall sein! Warum? Weil Du glücklich sein wirst! Weil Du endlich auf Deine Ziele hin arbeitest und das wird Dich so glücklich machen, dass Du das auch ausstrahlen wirst!

5. Du hast Sorge, dass Du nicht durchhalten wirst

Wenn Du den Weg begonnen hast und Dich in Richtung Deiner Ziele bewegst, werden Momente kommen, in denen Du Angst haben wirst. Du wirst Angst vor Deinem eigenen Mut bekommen. Du wirst Dich fragen, ob es die richtige Entscheidung war. Du wirst glauben Deine Ziele nie erreichen zu können. Das ist vollkommen normal. Das musst Du Dir aber bewusst machen. Du musst Dir diese Momente bewusst machen, Du musst sie zulassen und aushalten. Was Du dann brauchst ist ein starkes Umfeld, das Dich unterstützt und Dich motiviert. Du brauchst schon vorher geeignete Methoden, um Dich in diesen Momenten aufzufangen und am Ball  zu bleiben. Wenn Du Dich darauf einlassen kannst, auf diese Momente, auf Deine Ängste, dann wirst Du diese Phasen auch erfolgreich überwinden.

„The Miracle Morning“ von Hal Elrod – Wie Du mit einer Morgenroutine Dein Leben verändern kannst

Ich bin verrückt. Gut. Das weiß jeder, der mich etwas besser kennt. Ich bin offen, neugierig und verfüge über extrem viel Energie. Es ist mir auch bewusst, dass dies nicht „normal“ ist. Wer also mit mir zu tun hat, muss sich daran gewöhnen, dass ich ziemlich viele Ideen im Kopf habe. Ich habe tausend Projekte, die ich gerne umsetzen möchte. Oft arbeite ich auch parallel an verschiedenen Projekten. Aber egal was ich tue – ich tue immer nur Dinge, die mir Spaß machen. Ich arbeite viel. Sehr viel. Durch meine Selbständigkeit habe ich eigentlich kaum noch Freizeit. Aber das ist wieder ein anderes Problem. Ich empfinde allerdings meine „Arbeit“ nicht als Arbeit. Es macht mir sehr viel Spaß, es erfüllt mich und daher empfinde ich es auch weder als anstrengend noch als Belastung.

Ich tue also öfter mal verrückte Dinge oder probiere etwas aus. Nun ja. Diesmal auch. Seit die Ferien begonnen haben, bin ich damit beschäftigt mich zu strukturieren. Mich wieder neu zu ordnen, klar zu werden im Kopf und zielstrebig meine vielfältigen Ziele zu verfolgen. Ich möchte auch nach den Ferien klar sein, strukturiert, geordnet, um für die Kinder (und auch die Eltern) voll und ganz da sein zu können. Da ich nicht nur verrückt bin, sondern auch Routinen liebe (denn sie helfen mir nun einmal mich zu strukturieren), beschäftige ich mich gerne damit. Irgendwann bin ich über einen Zeitungsartikel auf das Buch „The Miracle Morning“ von Hal Elrod aufmerksam geworden und dachte mir: Das musst du dir einmal anschauen. Und das habe ich auch getan. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen (es ist noch nicht in deutscher Sprache erhältlich) und bin sehr von dem ganzen Konzept überzeugt.

Aber worum geht es in dem Buch und warum bin ich deshalb verrückt?

In dem Buch geht es darum wie eine Morgenroutine dein ganzes Leben verändern kann. Das klingt erst einmal ganz harmlos. Allerdings benötigt man hierfür etwa 60 Minuten mehr Zeit morgens. Es gibt auch die Möglichkeit das Konzept an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und die Zeit zu kürzen. Manche Anhänger haben es auf 90 Minuten ausgedehnt. Das Wichtige ist, dass man zunächst in einem ersten Schritt seine Einstellung zum morgendlichen Aufstehen generell und zum frühen Aufstehen insbesondere verändert. Dabei ist es von Bedeutung das eigene Mindset zu überarbeiten, denn wir gehen meistens mit der Einstellung ins Bett: „Ohje…morgen muss ich wieder früh aufstehen…ich bin so müde…das wird wieder ganz hart!“ Und morgens, wenn dann der Wecker klingelt, drücken wir auf die Snooze-Taste, drehen uns noch einmal herum und wollen nicht aus dem Bett. Dadurch startet man bereits mit einem negativen Gefühl in den Tag. Man sagt sich selbst, dass der Tag nicht gut wird, dass Aufstehen nicht gut (sondern ganz schrecklich) ist und so beeinflussen wir bereits mit den ersten Sekunden unseres Tages den gesamten Tag.

Ich gehöre definitiv auch dazu! Ich schlafe sehr gerne und falle gerade während der Schulzeit oft um 22.00 Uhr müde ins Bett. Morgens drücke ich mehrfach die Snooze-Taste, um dann in letzter Minute aufzustehen. Nicht nur, dass der Tag dadurch schon ungemütlich startet…ich habe somit auch viel mehr Stress, um pünktlich aus dem Haus zu kommen.

Idee 1 ist also: Gehe am Abend mit einer positiven Haltung ins Bett und stehe morgens SOFORT auf, wenn der Wecker klingelt.

Am Anfang ist das schwer, aber mit der Zeit verändert sich die eigene Haltung, das eigene Mindset dazu.

Problem Nummer 2: Um nun das Morgenprogramm durchzuführen, muss man nicht nur ÜBERHAUPT aufstehen, sondern 60 Minuten früher.

Ich muss um 06.45 Uhr aus dem Haus gehen. Vorher muss ich mich selbst fertig machen, das Frühstück zubereiten und dafür sorgen, dass meine Kinder pünktlich fertig sind. Meistens schaffen wir das nicht wirklich und so wird aus dem Frühstück schnell eine Portion Müsli oder Cornflakes.

Das stört mich schon länger. Daran wollte ich arbeiten. Um nun all das stressfrei in der Zeit zu schaffen, muss ich morgens um 05.45 Uhr aufstehen. Das allein ist schon problematisch – wie gesagt, daher gibt es oft Hektik und Stress morgens. Wenn ich das Programm von „The miracle morning“ durchführen möchte, dann muss ich also etwa um 04.45 Uhr aufstehen. Das ist schon eine Hausnummer!

So langsam wird vielleicht auch klar warum ich verrückt bin. Denn ich möchte jetzt schon damit anfangen und es dann während der Schulzeit schon mit einer gewissen Gewohnheit umsetzen. Dazu werde ich heute damit anfangen (Dienstag, der 16.08.2016). Heute um 22.33 Uhr nehme ich mir vor morgen um 05.00 Uhr aufzustehen OHNE die Snooze-Taste zu drücken. Und das obwohl Ferien sind und ich theoretisch ausschlafen könnte.

Ich möchte gerne Folgendes erreichen:

  • Morgens SOFORT aufzustehen ohne zu jammern und die Snooze-Taste dreimal zu drücken
  • Genug Zeit haben, um IN RUHE das Morgenprogramm durchzuführen und mich anschließend fertig zu machen
  • Genug Zeit haben, um uns ein gesundes Frühstück zu machen und uns somit einen ruhigen, angenehmen und energiereichen Start in den Tag zu ermöglichen

Es ist schon kurios mit uns Menschen. Wir WISSEN was gut für uns ist oder was gut für uns wäre. Zum Beispiel mehr Sport zu machen (außer jetzt vielleicht die Sportlehrer), genug Wasser zu trinken (ich trinke viel zu wenig Wasser, dafür sehr viel Kaffee) und sich gesund zu ernähren. Das mit der Ernährung klappt zwar prinzipiell gut bei mir, denn ich esse sehr gesund…allerdings esse ich in der Regel nur einmal am Tag. Abends. Das ist natürlich nicht gut. Das weiß ich. Aber ich „vergesse“ es im Laufe des Tages einfach zu essen. Und ich habe mich so sehr daran gewöhnt, dass ich auch gar keinen Hunger habe. Noch ein Punkt an dem ich gerne arbeiten möchte. 🙂

Bleibt nun bei Dir vermutlich die Frage offen: Was ist denn nun dieses Morgenprogramm? Es handelt sich ja um ein ganzes Buch. Um das gesamte Konzept wirklich zu verstehen, ist es aus meiner Sicht hilfreich auch das komplette Buch zu lesen. Aber ich werde in meinen nächsten Blog-Beiträgen davon berichten. Hal empfiehlt, dass man sich „Mitstreiter“ sucht oder es zumindest anderen Menschen mitteilt. Damit erhöht sich die Motivation es auch durchzuhalten. Die große Herausforderung besteht nämlich darin es genau 30 Tage zu machen, weil es dann zur Gewohnheit wird.

Also…ich habe mich entschlossen es mit Dir zu teilen. Das Programm und das Konzept werde ich nach und nach hier für Dich aufschreiben. Wenn du interessiert daran bist wie es weiter geht und, ob ich tatsächlich durchhalte, dann trage Dich einfach in den Newsletter ein. Dann wirst Du immer informiert, wenn es neue Beiträge gibt.

So, nun gehe ich schlafen. Ich muss ja schließlich morgen früh raus. 🙂

Herzliche Grüße, Deine Melanie Euler


 

Vom Umgang mit Störungen am Beispiel ADHS

Ich habe eine Weile überlegt wie ich hier mit dem Blog weiter verfahren soll. Es gibt viele Themen, die mich beschäftigen und so vieles über das ich schreiben kann. Außerdem schreibe ich ja nun noch meinen Blog für die PAIDEIA Lernwerkstatt. Dort versuche ich eher für Eltern zu schreiben deren Kinder Schwierigkeiten beim Lernen – welcher Art auch immer haben. Natürlich möchte ich da auch die Lehrer ansprechen, die schließlich mit diesen Kindern arbeiten und nicht selten arbeite ich mit Jugendlichen oder Erwachsenen, die das Blog möglicherweise  auch lesen. Das hier sollte mehr über mich sein, auch ein Stück für mich, eine Möglichkeit über meine gesamte Person zu schreiben und nicht nur über die rein fachlichen Inhalte.

Nun ja, während ich noch so grübelte wie ich hier weiter vorgehen soll, bin ich durch einen interessanten Hinweis auf das Blog von Elisabeth Dägling gestoßen. Sie schreibt zum Thema ADHS. Gut, es gibt sehr viele Artikel und Berichte zu diesem Thema und, ähnlich wie bei der Autismusspektrumstörung auch, nahezu unerschöpflich viele Hypothesen zu den Ursachen, ob diese Störung denn nun eine Krankheit sei oder nicht, was dagegen hilft und so weiter. Doch dann fing ich an zu lesen und ich war sofort begeistert! Schon während des Lesens dachte ich: Darüber musst Du schreiben! Mein Herz schlägt nicht nur für die Lehre und die Arbeit am und mit Menschen. Nein, ich bin mit vollem Herzen auch Wissenschaftlerin. Wenn ich es zeitlich einrichten könnte, würde ich sehr gerne an eine Universität gehen und forschen, meine Doktorarbeit schreiben. Das habe ich auch noch vor, aber zunächst einmal lässt sich das nicht in die Tat umsetzen. Was hat mich nun an diesem Blog so bewegt? Es ist die Tatsache, dass Frau Dägling sich intensiv mit dem Phänomen ADHS befasst hat und diese Störung einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet hat.

Es ist mir bewusst, dass es für nahezu jedes Krankheits- und Störungsbild alltagspsychologische Theorien und Spekulationen gibt. Es gibt immer Menschen, die alternative Heilmethoden suchen und finden, es gibt daher auch viele Spekulationen über die Ursachen – denn diese begründen ja schließlich die Heilwirkung. Vielleicht kommt es mir subjektiv ja nur so vor, aber beim Thema ADHS scheint jeder Bescheid zu wissen. Ohne sich wirklich darüber zu informieren, wird einfach behauptet, dass ADHS nicht existiere, dass die Medikamentenvergabe reine „Geldmacherei“ sei. Die Kinder hätten eben einen außergewöhnlichen Bewegungsdrang, seien etwas unruhiger, müssten nur eben in den Wald. Jeder, der ein ADHS-Kind einmal erlebt hat, weiß, dass es so einfach nicht ist. Warum sich hier die Menschen so massiv gegen die Medikamente verwehren, ist mir nicht ganz klar. Diese werden seit mehr als einem halben Jahrhundert eingesetzt und bis heute wurden keine Nebenwirkungen wissenschaftlich nachgewiesen. Alle, die etwas anderes sagen, stellen lediglich eine Behauptung auf, die keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat. Wenn bei einem Kind eine Sehstörung festgestellt wird, bekommt es eine Brille. Da verdient die Brillenindustrie auch daran! Ebenso der Augenarzt und der Optiker. Die Argumentation, dass die Pharmaindustrie daran so viel Geld verdiene, ist aus meiner Sicht die unlogischste Behauptung überhaupt. Denn, egal von welcher Störung, welcher Krankheit oder welcher biologisch-physiologischen Abweichung wir sprechen, irgendjemand verdient daran! Das ist nun einmal so. Sei es an der Hüftprothese von Oma, an der Zahnspange zahlreicher Jugendlicher oder die sehr häufig auftretenden Sehstörungen. Selbst die alternativen Heilmethoden benötigen ihre Mittel, die wiederum von jemandem produziert werden. Ärzte, Heilpraktiker, Apotheker…alle verdienen daran. Und das ist grundsätzlich auch kein Problem. Wir alle haben Hunger und müssen etwas essen. Also verdienen die Supermärkte an unserem Bedarf. Natürlich können wir unsere Lebensmittel auch selbst anbauen oder Tiere halten, die wir dann essen. Aber daran verdienen dann diejenigen, die die Samen vertreiben oder die Tiere verkaufen. Ich schweife ein wenig ab, aber ich hoffe es ist klar geworden, dass die Argumentation wie viel die Pharmaindustrie daran verdient – genauso wie bei anderen Erkrankungen und Störungen – einfach keinen Sinn macht. Unsere Gesellschaft ist nun einmal eine kapitalistische Gesellschaft und wir ALLE, jeder Einzelne von uns, lebt in irgendeiner Form von der Abhängigkeit anderer Menschen.

Die Frage, die man sich doch stellen muss, ist nicht die wer an den vermeintlichen Erkrankungen oder Störungen verdient. Sondern vielmehr wie wir in unserer Gesellschaft damit umgehen. Und da sehe ich einfach immer noch in vielen Teilen der Gesellschaft ein ganz großes Problem: Die Menschen denken zu starr in Normen. Es ist doch im Grunde ganz einfach. Wir sind alles Menschen. Wir werden alle irgendwann geboren und jeder trägt dabei schon sein erstes Päckchen im Rucksack. Denn wir alle machen unterschiedliche Erfahrungen während der Schwangerschaft und bei der Geburt. Wir sind alle geprägt durch unsere Eltern und deren Erfahrungen, die uns „in die Wiege gelegt werden“. Diese Erfahrungen sind schon präsent, wenn wir im Bauch der Mutter entstehen und werden uns ein Leben lang begleiten. Und auch, wenn wir die ersten Monate unseres Lebens nicht sprechen können, prägen uns diese Monate für immer. So kommen wir alle auf die Welt mit einem biologisch-physiologischen Grundgerüst, einer Grundausstattung. Gleichzeitig gibt es aber auch große individuelle Unterschiede. Wir sind keine Klone, die exakt in jedem einzelnen genetischen Merkmal identisch sind. Wir sind keine künstlich geschaffenen Wesen, die nach einer bestimmten „Vorgabe“ entstehen. Wir sind alle individuelle Wesen. Natürlich gibt es einen biologischen Bauplan. Nach diesem Bauplan entwickeln sich alle Menschen. Aber es gibt einfach keine Norm. Normwerte sind nichts anderes als statistische Mittelwerte. Es gibt einfach keinen Menschen, der in allen Punkten diesem statistischen Mittelwert entspricht. Das ist auch vollkommen unmöglich, da es dafür zu viele einzelne Bestandteile gibt.

Und, obwohl es immer mehr Menschen erkennen, dass es diese Norm einfach nicht gibt, dass jeder Mensch in irgendeinem Punkt von der Norm abweicht, halten wir einfach zwanghaft daran fest. Betrachtet man es auf den gesamten Planeten gibt es enorme ethnische und kulturelle Unterschiede. Geht man auf einen Teilbereich, zum Beispiel die Europäer, gibt es auch hier bereits große Unterschiede zwischen den Menschen. Die Hauttypen, die Haare, die Augenfarben sind verschieden, die Persönlichkeiten und Temperamente…mal ganz abgesehen von den kulturellen Unterschieden, die es auch innerhalb Europas gibt. Selbst, wenn wir in noch kleinere Teile gehen und die Unterschiede zwischen Stadt und Dorf betrachten oder zwischen zwei Dörfern, zwei Familien und innerhalb der Familie zwischen Geschwistern. Wir suchen und finden gerne Gemeinsamkeiten. Dann schließen wir uns mit Menschen zusammen, die so sind wie wir. Die ähnlich denken, ähnliche Ansichten haben. Wir alle weichen in irgendeiner Form von der Norm ab. Sei es auf der physiologisch-biologischen Ebene oder auf der kognitiven Ebene.

Warum können wir das nicht einfach akzeptieren? Warum können wir nicht einfach annehmen, dass es nicht nur eine kulturelle Vielfalt, sondern auch eine genetische Vielfalt gibt? Warum suchen wir so zwanghaft nach Ursachen für sogenannte Normabweichungen? Warum ist es so wichtig Menschen an diese Normen anpassen zu wollen? Das macht einfach keinen Sinn. Wir müssen endlich lernen, dass es diese Vielfalt gibt. Und wir müssen aufhören zu versuchen alle Menschen in ein Normbild zu pressen. Stattdessen sollten wir jeden Menschen einfach so annehmen wie er ist. Genau so. Und nicht anders. Und dann kann man sich die Frage stellen: Was kann man tun, damit dieser Mensch in dieser Gesellschaft ein gutes Leben führen kann? Dabei sollte die Frage NICHT lauten: Wie können wir diesen Menschen so verändern, dass er in die Gesellschaft passt? Sondern die Frage muss lauten: Was kann die Gesellschaft tun, damit dieser Mensch hier frei und selbstbestimmt leben kann? Welche Potenziale bringt er mit, die für die Gesellschaft gut sein können? Wie kann man das Beste aus diesem Menschen herausholen?

Warum hat mich nun dieses Blog so aufgewühlt? Weil es eben genau in diese Kerbe geht! Es stellt nämlich in Frage, dasss es sich bei ADHS um eine Entwicklungsstörung handelt. Und sagt aus, dass Menschen mit ADHS die Welt einfach anders wahrnehmen. Das Gehirn arbeitet anders. Es ist deshalb aber nicht gestört. Und sie arbeitet heraus was dieses andere Denken bewirkt. Dass man es als etwas Positives betrachten kann und sollte. Anders Denken ist gewissermaßen ja auch wieder ein Denken in Normen. Das Gehirn der Norm arbeitet so. Dieses Gehirn arbeitet anders. Nein, JEDES Gehirn arbeitet anders. JEDER Mensch nimmt die Welt anders wahr. Anders als jeder andere Mensch. Nicht anders als die Norm.

Genau das gleiche Phänomen gibt es bei der Autismusspektrumstörung. Akzeptieren wir doch einfach die Vielfalt der Menschen. Interpretieren wir nicht jede Normabweichung als Störung. Auch autistische Menschen sind einfach nur Menschen. Sie werden von der Gesellschaft in diese Schublade gepresst, weil wir so gerne in Schubladen denken. Dieser Mensch ist autistisch, jener hat ADHS, ein anderer hat diese oder jene Störung. Aus meiner Sicht sind diese Formen des menschlichen Seins keine Störung, sondern einfach Ausdruck genetischer Vielfalt. Und vielleicht wird es eine Zeit geben, in der Menschen mit ADHS oder Autismusspektrumstörung in der Überzahl sind. Dann wären sie plötzlich die Norm und alle anderen Menschen hätten eine Störung, weil sie nicht in das Normbild passen.

Ich finde die Arbeit von Elisabeth Dägling sehr wichtig. Es zeigt auch wie notwendig es ist aufzuklären was diese Störungen überhaupt als solche kennzeichnet und wie in unserer Gesellschaft damit umgegangen werden sollte.

Dieser Artikel stellt keine wissenschaftliche Abhandlung dar, sondern meine persönliche, ganz subjektive Haltung und Sicht der Dinge.


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Lehren aus Leidenschaft – kann das gut gehen?

Was heißt das eigentlich? Kennst Du das auch? Lehren aus Leidenschaft? Menschen können ihren Beruf ausüben, um damit Ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie gehen zur Arbeit, erledigen gewissenhaft was von Ihnen gewünscht wird und widmen sich viel lieber Ihrer Freizeit. Und dann gibt es Menschen, die lieben das was sie tun. Sie haben im besten Fall ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Oder sie leben ihren Beruf mit Leidenschaft aus. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist etwas zu tun, das man wirklich gerne tut.

Wie bin ich zu dem gekommen, das ich heute mit so großer Freude und Leidenschaft tue? Bereits unmittelbar nach dem Ende der Schulzeit habe ich getan wozu ich Lust hatte. Ich fing in einer Marketing-Agentur als einfache „Hilfskraft“ an und arbeitete mich schnell zur Assistentin der Geschäftsleitung hoch. Wie mir das gelungen ist? Ich war überzeugt von dem Job! Die Agentur war jung und noch nicht gefestigt. Und ich war mit Leidenschaft bei der Sache. Das Know-How für diese Arbeit erwarb ich mir autodidaktisch. Außerdem kann ich sehr gut Prozesse und Abläufe analysieren. Auf diese Weise brachte ich Ordnung und Struktur in das System. Nach der Geburt meines ersten Kindes – vor 14 Jahren – entschied ich mich dafür zuhause zu bleiben und eine Arbeit zu finden, die sich mit Baby vereinbaren ließ. Ich machte mich selbständig mit einem Büroservice – denn Büroorganisation hatte ich ja nun gelernt. 🙂

Mein zweites Kind wurde zwei Jahre später geboren. Der Wunsch endlich zu studieren war sehr groß. Aber mein Mann verdiente als Erzieher zu wenig, um uns alle zu ernähren. Außerdem war er sehr unglücklich mit den Rahmenbedingungen in denen er arbeiten musste. So kam ich auf den Gedanken mit ihm gemeinsam bei uns zuhause eine Kinderbetreuungseinrichtung zu eröffnen. Ich konnte studieren und arbeiten. Er war sein eigener Chef und wir waren beide für unsere Kinder da. In unserer Einrichtung betreuten wir 10 Kinder, sowie unsere beiden eigenen Kinder im Rahmen einer Tagesgroßpflegestelle. Wir waren damit schnell erfolgreich, sodass wir davon leben konnten. Dennoch stand für mich fest: Diese Tätigkeit diente nur zur Überbrückung.

Neben dem Studium, meiner Familie und der Tätigkeit als Tagesmutter arbeitete ich auch als Testleiterin für ein bekanntes Institut, das unter anderem die PISA-Studien durchführt und als U-Plus-Kraft (Anmerkung: In Hessen gibt es in den Grundschulen keinen Unterrichtsausfall. Hierfür werden U-Plus-Kräfte als Springer eingesetzt, die den fehlenden Lehrer vertreten). Auf diese Weise sammelte ich meine ersten Erfahrungen in der Arbeit mit SuS. Während des Studiums belegte ich viele Kurse zusätzlich, da mich so viele Themen begeisterten. Aber es kristallisierte sich bereits heraus, dass das Lernen selbst meine große Leidenschaft werden würde. Wie laufen Lernprozesse ab?  Was kann man tun, um Lernprozesse zu „optimieren“? Welche Rolle spielen digitale Medien in der modernen Lehre? Und wie passen Theorie und Praxis zusammen?

Ich beendete das Bachelorstudium, begann eine Weiterbildung zur Dyskalkulietherapeutin und das Masterstudium „MA-Integrative Lerntherapie“ an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd. Zeitgleich entwickelte sich in meinem Kopf das Konzept für die „PAIDEIA Lernwerkstatt“. Es sollte eine Bildungsstätte werden, in der Lehren und Lernen zusammentrifft. Wo Alt und Jung lernen. Mit neuen Medien, nach neuen Methoden. Anders. Modern. Und das Lernen sollte Freude machen. Die Persönlichkeitsbildung sollte im Vordergrund stehen. Daher auch der Name „PAIDEIA“ – dies ist ein altgriechischer Begriff für „Bildung“, steht aber für eine andere Vorstellung von Bildung. Nicht für die schulische Bildung im Sinne von auf die Arbeitswelt vorbereiten, sondern Bildung im Sinne von Mensch werden. Ich wollte mit meiner Lernwerkstatt viele Menschen erreichen. Schüler, Eltern, Studenten, Lehrer. Ich wollte etwas bewegen. Die Vorstellung vom „klassischen“ Lernen etwas aufbrechen.

Im Jahr 2012 startete ich freiberuflich als Lerntrainerin. 2013 eröffnete dann schließlich die PAIDEIA Lernwerkstatt. Das ist jetzt fast drei Jahre her. Vieles hat sich weiterentwickelt und manche Ideen musste ich auch wieder aufgeben. Inzwischen habe ich ein großes und großartiges Netzwerk aufgebaut, gute Kontakte zu den Schulen und Lehrern, sowie einige tolle Menschen, die mit mir und für mich arbeiten. Menschen, die meine Ideale verstehen, mit mir auf einer Wellenlänge schwimmen und meine Ideen in die Tat umsetzen. Bei meiner täglichen Arbeit begegnen mir immer wieder wunderbare Menschen. Viele Gedanken, Ideen, Potenziale, aber auch große Sorgen, Unsicherheiten und Ängste. Ich versuche meine Begeisterung und meine Überzeugung auf alle meine Klienten zu übertragen. Zu begeistern und Ressourcen zu nutzen, um vorwärts zu kommen. Eltern und Kinder zu stärken. Lehrer zu beraten und mit ihnen gemeinsam Lösungen für die betroffenen Schüler zu finden. Natürlich gibt es Lehrer, die den Beruf ausüben, um damit „einfach nur“ ihren Lebensunterhalt zu finden. Diese Menschen gibt es in jedem Beruf. Aber es gibt auch viele Lehrer, die mit Leidenschaft dabei sind. Die abends vor dem Fernseher stundenlang Unterrichtsmaterial laminieren, immer für die SuS und deren Eltern ansprechbar sind, Lösungen suchen, Hilfestellung geben, sich weiter entwickeln und immer auf der Suche sind: Was kann ich tun, um meine SuS bestmöglichst zu unterrichten, zu fördern, sie zu begleiten. Ja, es gibt sie die „Lehre aus Leidenschaft“. 🙂

Die Frage ist aber auch: Was passiert mit dem Lehrer selbst dadurch? Leidenschaft kostet auch Zeit, Energie und Kraft. Man muss sich mit den Rahmenbedingungen auseinandersetzen, sie akzeptieren, manchmal versuchen zu verändern. Nicht immer sind die Beziehungen zwischen Eltern, SuS und Lehrern einfach. Oft trägt man den Schulalltag mit in die freie Zeit hinein, einfach, weil man nicht loslassen kann. Hier gilt es eine gute Balance zu finden zwischen dem Beruf und der Leidenschaft, aber auch der eigenen Familie, der freien Zeit und der Zeit für sich. Nicht selten fehlen Möglichkeiten sich auszutauschen oder auch über Schwierigkeiten in der beruflichen Praxis zu reden. Die Leidenschaft ist gut und wichtig. Aber auch das Selbst des Lehrenden ist von Bedeutung. Nur wer stark ist, sich selbst bewusst, genug Kraft und Energie hat, Lösungsstrategien zur Hand hat, Werkzeuge, um im Alltag nicht „verloren“ zu gehen, kann gute Lehre leisten. Daher wird sich dieses Blog nicht nur damit beschäftigen wie Lernen gelingen kann, wie Lehren mit Leidenschaft gelebt wird, sondern auch damit wie man sich selbst davor schützen kann in der Lehrerrolle verloren zu gehen.

Herzlichst, Deine Melanie Euler


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